Wie europäisch denken wir eigentlich bei der Anerkennung beruflicher Qualifikationen im Handwerk?
Ein aktueller Fall aus dem Kfz-Handwerk gibt Anlass zum Nachdenken:
Ein Handwerksmeister hat seine Meisterqualifikation in Österreich erworben, dort viele Jahre gearbeitet und umfangreiche Berufserfahrung gesammelt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland sollte er als verantwortlicher technischer Betriebsleiter tätig werden.
Dennoch musste er nach seiner Schilderung die deutschen Meisterprüfungsteile III und IV absolvieren.
Da stellt sich die Frage: Muss das wirklich sein?
Selbstverständlich stehen wir für hohe Qualitätsstandards, fundierte Meisterqualifikationen und anspruchsvolle berufliche Fortbildung. Doch wir sollten ebenso darauf achten, dass bereits erworbene Qualifikationen und berufliche Erfahrungen angemessen berücksichtigt werden.
Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sollten wir uns fragen, ob unsere Anerkennungsverfahren ausreichend transparent, praxisnah und europäisch ausgerichtet sind.
Es geht nicht darum, bestehende Standards infrage zu stellen. Es geht darum, unnötige Doppelprüfungen zu vermeiden, wo bereits gleichwertige Qualifikationen nachgewiesen werden können.
Wir möchten deshalb eine offene und sachliche Diskussion anstoßen.
Wie sind eure Erfahrungen mit der Anerkennung von Meisterabschlüssen und beruflichen Qualifikationen aus anderen EU-Ländern?
Wir freuen uns ausdrücklich über eure Erfahrungsberichte, unterschiedliche Sichtweisen und konstruktive Anregungen – auch aus den Handwerkskammern und Prüfungsausschüssen.
Als Bundesverband der Betriebswirte des Handwerks möchten wir solche Erfahrungen aufgreifen, um gemeinsam über praktikable Verbesserungen nachzudenken.
Denn ein starkes Handwerk braucht nicht nur gute Ausbildung und Fortbildung, sondern auch Anerkennung, Wertschätzung und Offenheit für europäische Berufsqualifikationen.
Diskutiert mit uns! Eure Erfahrungen und Meinungen interessieren uns.
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